Mobile Webshop Optimierung mit CouchCommerce

Aufgrund des zunehmenden Trends der mobilen Nutzung von Internetseiten und somit auch Webshops, mittlerweile zwischen 30 und 50 Prozent, kommen Onlinehändler nicht an der Optimierung für Smartphones und Tablets vorbei. CouchCommerce  setzt hier auf nativ wirkende Web-Apps.

Auf der Meet Magento 2014, Anfang Mai in Leipzig, führte Stefan Hoffmeister, Herausgeber des E-Commerce Blogs geistreich78 ein Interview mit dem Co-Gründer und Geschäftsführer Alexander Ringsdorff. Weiter unten finden Sie dann noch praktische Tipps zur Installation und Konfiguration von CouchCommerce für Magento.

Interview mit Alexander Ringsdorff, CouchCommerce

Wo seht ihr den großen Vorteil von Web-Apps gegenüber “echten, nativen” Apps?

Alexander Ringsdorff: Im E-Commerce kommen die Besucher über viele verschiedene Kanäle in die Shops. In der Regel geben die Händler Geld für AdWords, Newsletter Kampagnen und anderes Online Marketing aus, um die Besucher zu generieren. Sobald der Shop geöffnet wird, geht es darum, die Conversion zu verbessern und nach oben zu optimieren. Das kann ich nur, wenn ich im Web, im Browser eine gute Darstellung gewährleiste. Der mobile Surfer erwartet, dass er Touch-Gesten benutzen kann, also das App-Feeling. Aber er hat keine Lust für jeden Shop, den er nutzt immer eine eigene App auf dem Handy zu installieren. Dies stört auch den Benutzerfluss, der zum Kauf erst die jeweilige App öffnen müsste. Ziel muss also sein, das native App Gefühl in den Browser zu transferieren.

Dies hat uns zur Fokussierung auf Web-Apps gebracht.

Dies bringt dann auch für das Online-Marketing Vorteile, weil nur eine Webseite beworben werden muss und nicht parallel dazu noch eine App.

Alexander Ringsdorff: Für große Marken, wie eBay, Amazon und Zalando kann sich eine eigenständig App durchaus lohnen. In vielen Gesprächen mit anderen Händlern haben wir erfahren, dass sich eine eigene App ansonsten nicht ausreichend monetarisiert.
Eine native App ist bei einem erforderlichen Zugriff auf die Hardware des Endgeräts, wie z.B. bei Spielen interessant. Dies wird aber im E-Commerce nicht benötigt.

Lassen sich denn Funktionen, wie QR-Code scannen oder Geo-Lokalisation über eine Web-App abbilden?

Alexander Ringsdorff: Das geht technisch durchaus. Zumeist möchte der User aber eine zentrale Scan-App haben, mit der er vielfältige Funktionen nutzen kann. Theoretisch lässt sich aber auch über eine Web-App ein Foto machen und weiter verarbeiten. Allerdings sehen wir hier im E-Commerce nicht den großen Anwendungsbedarf. Location Based Services lassen sich z.B. ohne weiteres abbilden. Lediglich Push-Nachrichten sind nicht realisierbar. Hier stellt sich wiederum die Frage nach der Nutzerakzeptanz. Möchte man wirklich von jedem Geschäft an dem man gerade vorbei geht eine Benachrichtigung erhalten?

Darüber hinaus bieten Web-Apps den Vorteil, dass man nicht abhängig vom eingesetzten mobilen Betriebssystem ist. Sprich, ob der potentielle Käufer iOS, Android oder Windows Phone einsetzt. Alle modernen Browser funktionieren einwandfrei.

Kannst du Unterschiede zum Responsive Webdesign skizzieren? Es gibt ja auch responsive Magento Themes, die genauso eine Darstellung auf unterschiedlichen mobilen Geräten ermöglichen.

Alexander Ringsdorff: Responsive optimiert für Bildschirmauflösungen, z.B. über sog. Breaking Points. Du optimierst aber nicht für unterschiedliche Geräte. Erstmal hast du ein Template, das du beim Aufruf an das Gerät sendest. Egal ob man mobil unterwegs ist, mit geringer Mobilfunkbandbreite, oder zu Hause mit WLAN Anschluss surft, man bekommt den gleichen Inhalt ausgespielt. Datenmenge, Usability und Benutzerführung sind nicht für das Endgerät optimiert. Für die Darstellung von Webseiten und Weblogs mag dies ausreichend sein. Im E-Commerce sind aber Ladezeiten, Nutzererlebnis und daraus resultierende Conversions entscheidend. Bei längerem Seitenaufbau würden viele Nutzer abspringen, wohingegen unsere Web-App nahezu keine Ladezeiten verursacht. Komplexe Pflege und Wartung von Responsive Webdsegin sind im E-Commerce nicht zukunftsfähig.

Wie kann ein Onlinehändler mit CouchCommerce starten? Gibt es bestimmte technische Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen?

Alexander Ringsdorff: Über unsere Webseite kann man sich einfach als Kunde anmelden und das jeweilige Mobilisierungs-Kit auswählen. Je nach Shopsystem erhält man einen API Key oder das benötigte Shop Modul. Danach synchronisiert sich unsere Plattform automatisch mit dem Shopsystem. Somit liegen die Produktdaten vor, um die Web-App zu generieren. Die Einrichtung und Individualisierung ist einfach und ohne Programmierkenntnisse zu bewältigen.

Recht schnell ist somit der Live-Gang möglich. Im Modul kann eingestellt werden, ob die mobile Anzeige für Smartphones und/ oder Tablets aktiv sein soll. Ab diesem Moment sehen die Besucher die Web-App anstelle des normalen Onlineshops.

Bietet CouchCommerce technischen Support oder muss dies kundenseitig vorhanden sein?

Alexander Ringsdorff: Wir bieten Support und unterstützen auch bei technischen Problemen. Aktuell beschäftigen wir 15 Mitarbeiter, deren Hauptanteil aus Entwicklern besteht.

Wie sieht für den Shopbetreiber die Entwicklung vor und nach der mobilen Optimierung aus? Habt ihr hier bereits Erfahrungswerte?

Alexander Ringsdorff: Wir haben bereits sehr erfolgreiche Fallbeispiele, wo eine Conversionrate von ca. 0,6% bis auf über 4% erhöht werden konnte. Vor allem auf Smartphones ist der Unterschied enorm. Bei Tabletnutzung ist der Haupteffekt nicht unbedingt in der Konversionssteigerung zu beobachten, aber dafür in der Erhöhung der Warenkorbgröße. Aufgrund der einfacheren Navigation und Sortimentserkundung wird mehr gekauft.

Einen ausführlichen Praxisbericht können Sie im CouchCommerce Blog zur Zusammenarbeit mit Arktis.de lesen.

Seit dem Einsatz von CouchCommerce hat sich die Conversion Rate von mobilen Zugriffen über Smartphones deutlich verbessert und nähert sich jetzt der von PC Besuchern an. Die prozentuale Verbesserung der Conversion liegt bei über 200% im Vergleich zu der Zeit vor dem Einsatz von CouchCommerce. (…)
Die Frage, die sich jeder Shopbetreiber stellen muss, darf nicht die sein ob es sich lohnt für mobile Endgeräte zu optimieren, sondern wie viel Umsatz er bereits verloren hat und jeden weiteren Tag verliert!

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Alexander Ringsdorff: Wir wollen die Zusammenarbeit mit E-Commerce Agenturen forcieren und haben aus diesem Grund eine eigene Webseite (sofa.io) gestartet. Hier veröffentlichen wir die CouchCommerce Web App SDK. Dies ist die Grundlage unserer Software, die auf Angular JS basiert. Es können in Zukunft die Module und Quellcodes eingesehen werden. Ab voraussichtlich November soll dies die Individualisierung der beim Kunden eingesetzten Web-Apps ermöglichen.

Wir haben mittlerweile auch Anfragen und Kundenprojekte, bei denen CouchCommerce als vollwertiges Frontend das bisherige Shopsystem ersetzt. Es gibt immer mehr Händler die bereits so viel Traffic über Smartphone, Tablets und touchfähige Notebooks haben, dass man sich entscheidet die Web-App Technologie für alle Devices einzusetzen. Die Nutzung im Browser ist auch ohne Touch-Display, nur mit Maus, möglich.

Um hier ein einheitliches Frontend für den Händler bereit zu stellen wird CouchCommerce als komplette Frontend-Engine genutzt.

Die Web-App ist aufgrund der Optimierung für die modernen Browser sehr flexibel. Sie kann problemlos auch auf dem Smart-TV oder zukünftigen Handymodellen eingesetzt werden. Dies gibt dem Handel Planungssicherheit und spart langfristig Kosten.

Installation und Konfiguration für Magento

Im YouTube Channel von CouchCommere finden sich zwei kurze Videos, die Installation und Konfiguration zeigen:

  • Modul Installation mit Magento Connect
  • CouchCommerce Modul Konfiguration am Beispiel Magento

Derzeit werden drei unterschiedliche Tarife angeboten. Diese unterscheiden sich durch den Funktionsumfang und sind nicht provisionsbasiert.

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