Personal Branding für Shopbetreiber

In unserem letzten Artikel haben wir heraus gearbeitet, warum Shopbetreiber zur eigenen Marke werden sollen. Ein Aspekt war, dass dies nicht nur für Produkte, Services und das Unternehmen gilt, sondern auch für die Unternehmerpersönlichkeit, bzw. das Gründerteam an sich. Gerade im StartUp Sektor, aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen erlebt man immer wieder, dass Firmen große Aufmerksamkeit erhalten, weil sie einen bekannten Namen als Aushängeschild haben.

Damit ist kein Testimonial gemeint, sondern der Gründer selbst.

Welche Vorteile Personal Branding für Shopbetreiber mit sich bringt

  • Wie bereits aufgezeigt, werden Shops und deren Betreiber unabhängiger von Suchmaschinen und deren schwer durchschaubaren Algorithmen. Sie erhalten mehr direkte Zugriffe, direkte Suchanfragen, gezielte Suchen und längere Verweildauer auf ihrer Webseite.
  • Kunden und Geschäftspartner verbinden eine Person, ein Gesicht, eine über die Jahre aufgebaute Assoziation mit dem Gründer.
  • Das Profil und die Positionierung des eigenen Unternehmens werden geschärft.
  • Fachliches Know-how und Können werden betont.
  • Die Shopbetreiber positionieren sich als Experten, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
  • Noch eine Stufe weiter können diese sogar zum Trendsetter und Influencer werden.
  • Sie inspirieren Andere und können so z.B. auch positive Recruiting Effekte erzielen und neues, hochkarätiges Personal anziehen.
  • Des Weiteren differenzieren sich diese vom Wettbewerb. Auch wenn die Unternehmen ähnliche Produkte zu gleichen Preisen verkaufen, so sind doch die Personen dahinter Grund verschieden.
  • Shopbetreiber und deren Shops werden unverwechselbar. Produkte sind austauschbar – Menschen nicht.
  • Durch eigene Präsenz in den Medien bestimmen Shopbetreiber selbst mehr und mehr, was über sie zu lesen ist.
  • Personal Branding schützt diese vor eigener Rufschädigung. Sie bauen aktiv positiven Content zu ihrer Person auf.
  • Sie werden unabhängiger von einzelnen Medien.
  • Nicht zu vergessen, profitieren Shopbetreiber auch persönlich, bauen ein Netzwerk auf und können viel lernen und die eigenen Fähigkeiten ausbauen und weiter entwickeln.

Beispiele für Unternehmen, die von Personal Branding profitieren

Starship Technologies, gegründet von den Skype Gründern Ahti Heinla und Janus Fries:

Anfang November ging ein neues Unternehmen, das Lieferroboter für die wachsenden Megacities marktreif machen möchte, durch die Medien. Die meisten Medien erwähnten bereits in der Überschrift, dass das Startup von Skype Mitgründern initiiert wurde.

In der Pressemeldung (https://www.starship.xyz/press-release/) spielt Ahti Heinla auch ganz gezielt auf die frühere Erfolgsstory an:

We want to do to local deliveries what Skype did to telecommunications.

Hier sehen Sie also: Die Gründer verweisen auf eine frühere Erfolgsstory.

Sie erhalten im Gegenzug einen Vertrauensvorschuss und überdimensionale Aufmerksamkeit.

Im Fall des SMS Concierge Dienstes GoButler, der von Joko Winterscheidt und Ashton Kutcher finanziert wird, kann man zwar nicht auf eine Business Success Story verweisen, aber auf zwei bekannte Namen, die einem Nischenthema zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit sorgen. Oder wer kannte schon zuvor Online Concierge Services?

Einen ganz anderen Weg geht der Münchner Gründer Johannes Hoffmeister, der mit seiner Johannes Hoffmeister Innovation Center GmbH, kurz JHIC, hochwertige Designprodukte verkaufen möchte und auch eigene Artikel entwickelt.

Durch PR getriebene Beiträge wie zuletzt im Münchner Merkur wird die Geschichte vom sympathischen Gründer, mit sozialem Touch und Weltverbesserungsintentionen erzählt.

Wie können Sie als Shopbetreiber Personal Branding betreiben?

Hier einige Stichpunkte, mit Ideen und Vorschlägen, um das eigene Branding der Unternehmerpersönlichkeit zu verstärken und etablieren:

  • Führen Sie als Inhaber oder verantwortlicher Manager einen “CEO-Blog”, in dem Sie selbst zu Wort kommen.
  • Kommentieren Sie Artikel in relevanten Blogs und bringen Sie sich in die Diskussion ein.
  • Beteiligen Sie sich an Initiativen oder Aktionen, die zu Ihrem Thema, Ihrer Kompetenz passen.
  • Erstellen Sie Studien zu fachlichen Themen, die den Lesern und Kunden Mehrwerte bieten und stellen Sie so die eigene Kompetenz heraus.
  • Besuchen Sie Fachmessen, Foren und Veranstaltungen und zeigen Sie “Gesicht”.
  • Beteiligen Sie sich an Diskussionen zu Ihrer Branche und deren Weiterentwicklung.
  • Führen Sie Interviews und stehen Sie selbst für Interviews zu Ihrer Branche und / oder Ihren Produkten bereit.
  • Wenn es passt, dann treten Sie selbst als Markenbotschafter für Ihr Unternehmen auf. Wer kennt nicht die Hipp Werbung, in der Claus Hipp immer wieder zum Besten gab: “… dafür stehe ich mit meinem Namen!”

5 Todsünden im Personal Branding

  • Das ICH steht im Vordergrund. Es dreht sich alles nur um Sie, Ihre Person, Ihre Leistungen. Kann für Sie spannend sein, interessiert aber irgendwann niemanden mehr.
  • Ignoranz: Achten Sie auf das Feedback, das Sie erhalten und passen Sie ggf. Ihr Strategie an.
  • Ihre Lieblingskanäle: Vielleicht finden Sie das soziale Netzwerk Snapchat oder das Livestreaming bei Periscope ganz toll. Nützt nur nichts, wenn dort Ihre Zielgruppe nicht anzutreffen ist. Überlegen Sie also, wo Sie die Menschen erreichen, die Sie ansprechen möchten.
  • Personal Branding lebt auch von Viralität und muss “anstecken”. Leser sollten inspiriert werden und gerne Ihre Inhalte teilen. Dies wird nur dann der Fall sein, wenn Sie nicht als Konkurrent oder Aggressor wahrgenommen werden. Schlagen Sie Brücken innerhalb Ihrer Branche.
  • Vorsicht beim Umgang mit Interna und Kundenbeziehungen. Insights, gerade aus dem obersten Management, sind begehrte Inhalte. Aber achten Sie darauf keine vertraulichen Interna auszuplaudern und schon gar nicht, wenn es um das Vertrauen Ihrer Kunden geht.

Markus Hövener, Bloofusion, schreibt in seinem neuen Buch: “SEO – die neuen Regeln”:

Geben wir´s doch zu: In Zeiten der “political correctness” (…) freuen wir uns über echte Personen, Charaktere, Typen. So etwas schafft deutlich mehr Identifikationspotential als viele andere Maßnahmen.

Stehen Sie für etwas. Die Amerikaner sagen: “If you try to be everything, you´ll be nothing to no one.” Also: Wer alles und jeden ansprechen will, wird am Ende gar nicht sein. (…)

All das ist Chefsache. Man kann – und sollte – vieles an Agenturen auslagern, die sich damit einfach besser auskennen. Aber hier geht es um mehr: Es geht darum, das alles auch im Alltag zu leben und dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern eine Richtung vorzugeben. Und das alles sollte nicht nur nach innen, sondern auch nach außen gelebt werden.

 

Bildnachweis: Close up of businessman over dark gray background ©rangizzz (fotolia)

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