Was ist Agentic Commerce?

Agentic Commerce beschreibt Einkaufsvorgänge, die nicht mehr Menschen aktiv im Shop ausführen, sondern KI-Agenten – im Auftrag von Kunden. Der KI-Agent recherchiert, vergleicht, entscheidet innerhalb der vorgegebenen Kriterien (Budget, Marken, Lieferzeit, Nachhaltigkeit etc.) und löst künftig auch den Kauf (oder eine Kaufanfrage) aus.

Relevant im E-Commerce: Wenn Agenten zum „neuen Käufer“ werden, müssen Shops für Maschinen genauso gut zugänglich sein wie für Menschen – sonst verlieren Sie Sichtbarkeit, Conversion und Warenkorb.

Herausforderungen – Agentic Comemrce in der Praxis

Viele Shops sind heute auf „menschliches Stöbern“ optimiert: hübsche Bilder, Emotion, Storytelling. KI-Agenten funktionieren und entscheiden anders: strukturierter, datenorientierter, weniger geduldig. Sie brauchen saubere, vergleichbare Informationen und klare Regeln. Probleme entstehen, wenn Informationen fehlen, schwer vergleichbar sind oder Vertrauen nicht „maschinenlesbar“ aufgebaut wird.

Typische Challenges:

  • Unstrukturierte Produktdaten: Fehlende Attribute, widersprüchliche Varianten, keine Normwerte
    → Agent kann Produkte nicht sauber vergleichen, wählt „sichere“ Alternativen oder bricht ab.
  • Intransparente Preise und Versandbedingungen: Rabatte nur nach Login, versteckte Versandkosten, unklare Lieferzeiten
    → Agent bewertet das Risiko höher, entscheidet sich für Händler mit klaren Konditionen.
  • Marketing statt Fakten: Kategorien und Produktseiten sind voll mit Floskeln, aber arm an konkreten Eigenschaften und klaren Unterschieden.
  • Schwache Verfügbarkeitssignale: Lagerbestand unklar, Lieferfenster vage, Backorder nicht sauber
    → Agent optimiert auf Liefersicherheit und meidet unsichere Angebote.
  • Fehlende maschinenlesbare Informationen: Keine eindeutigen IDs, keine kompatiblen Datenfelder, keine klare Rückgabe-/Garantieinfos
    → Agent kann Kaufentscheidung nicht „belegen“ und fällt auf Plattformen/Marktplätze zurück.
  • Vertrauenslücken: Rückgabe, Garantie, Support, echte Bewertungen, Verfügbarkeit nicht prominent oder nicht konkret genug dargestellt
    → Agent priorisiert Shops mit stabilen Signalen – auch wenn Ihr Preis besser wäre.

Die Folgen von Agentic Commerce

Da KI-Agenten auf andere Aspekte bei der Entscheidungsfindung achten, sind folgende Auswirkungen unvermeidbar – insbesondere, wenn man den Shop nicht für KI-Agenten vorbereitet.

  • Conversion sinkt, weil Agenten unsichere Angebote aussortieren oder Kunden bei Unklarheiten abbrechen.
  • Marge leidet, weil Agenten stark preissensibel vergleichen und „bestes Preis-Leistungs-Paket“ priorisieren.
  • ROAS fällt, wenn Ads zwar klicken, aber Agenten/ Users im Shop keine eindeutige Entscheidungsbasis finden (mehr Streuverlust, weniger Abschlüsse).
  • Retouren steigen, wenn Varianten/Kompatibilität falsch gewählt werden, weil Daten fehlen oder missverständlich sind.
  • Sichtbarkeit in agentenbasierten Empfehlungen leiden, wenn Datenqualität und Verlässlichkeit fehlen.
  • Markenwahrnehmung wird austauschbarer, wenn der Agent nur noch „Preis, Lieferzeit, Bewertungen“ sieht – und Sie dort nicht glänzen.

Den Shop auf Agentic Commerce vorbereiten – Tipps & Best Practices

Damit Ihr Shop für KI-Agenten attraktiv wird, gilt es einiges zu berücksichtigen:

  • Machen Sie Produktdaten agentenfest: Pflichtattribute je Kategorie definieren (Maße, Material, Kompatibilität, Verbrauchswerte, Dosierungen etc.) und konsequent befüllen.
  • Standardisieren Sie Varianten & Einheiten: Gleiche Einheiten, klare Variantenlogik, eindeutige SKU/ GTIN/ MPN nutzen und widersprüchliche Angaben vermeiden.
  • Lieferung & Kosten glasklar ausweisen: Versandkosten, Lieferfenster, Spedition, Montage / Anschluss als klare Optionen kommunizieren und nicht im Kleingedruckten oder im Checkout verstecken.
  • Rückgabe, Garantie, Service als „harte“ Daten: Rückgabefrist, Bedingungen, Garantieumfang, Supportzeiten strukturiert und leicht auffindbar darstellen.
  • Verfügbarkeit zuverlässig modellieren: Echte Lagerinfos, Cut-off-Zeiten, Backorder-Logik und klare Lieferdatumsberechnung integrieren.
  • Vertrauenssignale stärken: Bewertungen, Gütesiegel, Unternehmensdaten, Zahlungsarten, Datenschutz konsistent und nachvollziehbar präsentieren.
  • Preislogik vereinfachen: „Überraschungen“ (z. B. Preise nur nach Login) möglichst vermeiden, da Agenten Planbarkeit mögen.
  • Kategorietexte als Entscheidungslogik nutzen: Kurze, strukturierte „Worauf achten“-Abschnitte mit sinnvollen Kriterien (z. B. „für kleine Räume: Tiefe < 55 cm“) offerieren.

Fazit: Der KI-Agent als Käufer

Agentic Commerce heißt: Der Käufer wird zunehmend ein KI-Agent, der nach klaren Kriterien auswählt. Shops punkten nicht durch mehr Emotion, sondern durch Vergleichbarkeit, Verlässlichkeit und saubere Daten. Wer jetzt strukturiert aufräumt, wird in agentenbasierten Kaufentscheidungen häufiger ausgewählt.

Wenn Sie Agentic Commerce für Ihren Shop nutzen möchten, prüfen Sie als Erstes Ihre Top-Kategorien: Sind Ihre wichtigsten Produkte vollständig vergleichbar, vor allem im den Bereichen: Lieferung, Kosten, Rückgabe und Verfügbarkeit? Wir können mit Ihnen eine kurze „Agent-Readiness“-Checkliste pro Kategorie erstellen und die größten Conversion-Bremsen in Daten und Shoplogik priorisieren. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

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Steve Tomusch

sto@ec-ws.de