Content Marketing im E-Commerce

Nachdem das Content Marketing bereits im letzten Jahr sehr stark in den Fokus gerückt ist, steht es auch in 2015 an erster Stelle bei den Marketing Verantwortlichen. Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz und auch steigenden Exzellenz wollen wir uns in diesem Beitrag ansehen wie verschiedene Unternehmen sich positionieren, um mit Content Marketing erfolgreich zu sein.

Warum überhaupt Content Marketing?

Im Gegensatz zum Onlineshop bei dem das direkte Verkaufen im Vordergrund steht, der aber natürlich auch mit interessanten Inhalten und Texten bestückt sein muss, sind die Ziele des Content Marketing mehr in der Engagement Steigerung und dem Aufbau einer langfristigen Bindung und Beziehung der verschiedenen Stakeholder, was nicht nur Kunden, sondern auch Lieferanten, Partner, usw. sein können, zu suchen.

Hier einige Ergebnisse einer Umfrage des Content Marketing Institute:

  • 88 % Kundenbeziehung, Loyalität stärken
  • 88 % Engagement
  • 87 % Markenwahrnehmung
  •  77 % Sales – somit erst an vierter Stelle
  • 69 % Customer Evangelism – im deutschen vielleicht Markenbotschafter

(Quelle: http://www.smartinsights.com/content-management/content-marketing-planning/the-state-of-content-marketing-2015-infographic/)

Aktuelle Content Marketing Taktiken

Auf folgende Taktiken setzen Unternehmen aktuell, wenn es um das Content Marketing geht:

  • Social Media Inhalte ohne Blogs (93%)
  • Newsletter und eMail Kampagnen (80%)
  • Artikel und Inhalte auf der eigenen Webseite (78%)
  • Photos und Videos (75%)
  • Events und Veranstaltungen (67%)
  • Blogs (67%)
  • Infografiken (45%)
  • Microsites (44 %)
  • Spezielle Apps für Mobile Devices (42%)

(Quelle: http://www.smartinsights.com/content-management/content-marketing-planning/the-state-of-content-marketing-2015-infographic/)

Wussten Sie, dass im B2C Marketing die populärste Taktik das Teilen interessanter Inhalte auf Social Media Kanälen ist, während die effektivste Methode immer noch Live Events, von Angesicht zu Angesicht mit den Kunden, sind? Was eigentlich für einen Fokus auf Showrooming und Pop-Up Stores sprechen müsste – aber das nur am Rande.

Was bringt Content Marketing

Niels Hinnemann zeigt in einer schönen Übersicht für t3n für welche Marketingziele unterschiedliche Unterziele definiert werden können.

Awareness

  • Netto-Reichweite in der Zielgruppe
  • Gestützte und ungestützte Bekanntheit
  • Website-Traffic
  • Time-spend-on-Site
  • Anzahl Seitenaufrufe pro Website-Besuch
  • Anzahl Backlinks

Loyalty & Engagement

  • Wiederkehrerrate
  • Social-Media-Shares
  • Anzahl Newsletter-Abonnenten

Leads

  • Anzahl Newsletter-Abonnenten
  • Anzahl generierter Leads

Sales Opportunities

  • Anzahl Angebotsanfragen

Umsatz

  • Anzahl generierter Aufträge
  • Customer Lifetime Value

Kosten

● Anzahl Aufrufe von FAQ-Pages, Anleitungen etc.
● Kostensenkung in Service-Bereichen

(Quelle: http://t3n.de/magazin/ueber-messbarkeit-buzzwords-content-marketing-roi-235768/)

In Ihrer Marketingplanung und strategischen Entwicklung sollten Sie sich somit sehr ausführlich mit den gewünschten Zielen auseinander setzen. Was wollen Sie erreichen? Wie und wo können Sie Ihre Zielgruppe erreichen? Welche Inhalte und Medien treffen den “Nerv” der Zielgruppe? Schon von Beginn an sollten Sie ein Set von ROI Faktoren definieren, das Ihre Ziele wiederspiegelt, um das Content Marketing laufend zu bewerten und anzupassen. Wie Sie aus der obigen Aufstellung leicht erkennen können, sollte die Conversion Rate oder Steigerung der Absatzzahlen nicht das einzige Kriterium sein, sondern auch “weiche” Faktoren in die Erfolgsmessung einbezogen werden.

Aktuelle Beispiele für Content Marketing

Zum Abschluss der allgemeinen Trends und Übersicht im Folgenden noch zwei Beispiele von Content Marketing, bei zwei im weitesten Sinn im technischen Sektor angesiedelten Unternehmen. Das Erste hat kürzlich seinen Corporate Blog neu gelauncht. Das Zweite hat sich von seinem verabschiedet und ein Content Magazin begonnen.

Conrad Electronic Blog

Conrad Electronic hat kürzlich seinen Technikblog (blog.conrad.de/) neu gelauncht. Es werden vier Kategorien behandelt: Technik-Themen, Tipps und Projekte, Conrad Inside, News & Trends.

Neben eigenen Mitarbeitern, wie dem Social Media Manager Alexander Becheru, bloggen externe Gastautoren, wie Jan Tissler, Upload Magazin und vormals Blogwerk. Eine Übersicht der Autoren findet sich hier: blog.conrad.de/autorenliste/.

Sympathisch und ehrlich wirkt hier ein Zitat von Werner Conrad, was gleichsam das Mission Statement für den Blog vorgibt:

„Wir wollen damit über uns berichten und Euch zeigen, dass wir eine Firma sind, in der viele Menschen täglich versuchen ihr Bestes für unsere Kunden zu geben: seien es neue Produkte die wir für Euch aussuchen oder entwickeln, neue Services die wir anbieten oder das ganz normale Tagesgeschäft. (…) Um ehrlich zu sein: Im Moment ich bin ein wenig aufgeregt. Denn ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen blog geschrieben. Ich war früher einmal im Rundfunkgeschäft tätig. Und als ich damals die ein oder andere Sendung moderiert habe, hat es sich ein wenig angefühlt wie jetzt: Du sitzt hinter deinem Mikrofon und sprichst zu den Menschen da draußen. Jetzt sitze ich an meinem Laptop und schreibe. Ich bin gespannt auf die Reaktionen.“

Schade nur, dass Werner Conrad nach zwei Beiträgen aus dem Jahr 2010 das aktive Bloggen nicht fortgeführt und intensiviert hat.

Das Unternehmen gibt sich klar zu erkennen, in den Beiträgen werden jedoch nur Content Links gesetzt und keine aufdringlichen Call-to-Actions. Die technische und grafische Umsetzung macht einen professionellen Eindruck und ist sehr gut gelungen. Das Conrad Blog basiert auf einem eigens entwickelten WordPress Blog, was die laufende Pflege und die Zusammenarbeit mit Gastautoren stark vereinfachen dürfte.

Vodafone ersetzt Corporate Blog durch Featured

„Aus dem Vodafone Blog wird Featured
Ein Magazin für das digitale, mobile Leben. Von denen, die sich damit am besten auskennen: Vodafone. Mit Themen und Meinungen von Experten, Journalisten und Vodafone-Autoren.“ (blog.vodafone.de/)

Klaus Eck hat zu dem neuen Konzept von Vodafone ein ausführliches Review auf PR Blogger geschrieben. Hier sein Fazit:

„Insgesamt wirkt Featured durchaus lesenswert und sehenswert, es zieht Leser sicherlich mit seiner ansprechenden Optik an, aber wirkt dennoch oftmals wie ein reines Marketingprodukt, denn die inhaltliche Vernetzung mit anderen Abteilungen fehlt aus Content-Marketing-Sicht komplett. Die Inhalte scheinen eher beliebig zu sein. Sie sind bisher eher wie der übliche Corporate Content. Das beruhigt die Verantwortlichen, schafft aber auch nur wenig Reaktion. (…) Im Sinne der Transparenz hätte ich mir bei Featured einen Hinweis auf die jeweiligen Shares gewünscht: Wie oft wird der jeweilige Beitrag auf Facebook, Twitter und Co. geteilt? (…) Als Best-Practice taugt Featured heute noch nicht, dazu fehlt es an der Konsistenz, der Relevanz und der überzeugenden inhaltlichen Gestaltung, die eine Customer Journey ermöglicht.“ (pr-blogger.de/2015/02/11/vodafone-ersetzt-corporate-blog-durch-featured/)

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