Shecommerce – die frauenfreundliche Onlineshop-Konzeption

Shecommerce oder female E-Commerce sind beides Bezeichnungen für einen E-Commerce, der den weiblichen Anforderungen und Wünschen entgegenkommt. Denn genauso wie bei anderen Dingen unterscheiden sich die weiblichen Ansprüche auch in Sachen Online-Shopping von den männlichen.

Natürlich verhalten sich nicht alle Frauen, während sie online einkaufen, auf die exakt gleiche Art und Weise. Doch da Frauen biologisch nun einmal gleich sind, lassen sich bestimmte Tendenzen, die auf die Mehrheit aller Frauen zutreffen, festmachen.

Female Ecommerce – muss das sein?

Die Relevanz von Shecommerce lässt sich durch zwei einfache Fakten begründen. Erstens treffen Frauen mehr als 80% aller Verbraucherentscheidungen (sogar, wenn es um den Kauf eines Autos geht, haben Frauen häufiger eine tragendere Rolle als Männer). Doch trotzdem wird der E-Commerce zweitens vor allem im Bereich Konzeption und Gestaltung von Männern dominiert, die die Onlineshops meist entsprechend (den männlichen Anforderungen folgend) gestalten. Dass beides zusammen nicht gerade erfolgsversprechend ist, muss sicher nicht weiter erläutert werden – zumal laut der Studie KauFRAUsch2013 die Erwartungen der Frauen an Online-Shops gestiegen sind. Dabei stellten sich das bevorzugte Bezahlverfahren, ein benutzerfreundlicher Aufbau, die kostenlose Rückgabe sowie die Darstellung und Präsentation von Produkten als besonders wichtig heraus.

Die Fragen, die es nun zu beantworten gibt, sind: Was müssen Produktdarstellung und Produktpräsentation bieten, um Frauen zum Kauf anzuregen? Was sollte ein Online-Shop darüber hinaus bieten, wie sollte er aufgebaut sein, damit Frauen sich dort wohlfühlen und gerne einkaufen?

Dabei spielen folgende Aspekte eine wichtige Rolle:

  • Was ist eine frauenfreundliche Shop-Gestaltung?
  • Welche Aspekte wirken sich positiv auf das Shopping, die Produktsuche aus?
  • Welche Faktoren sind relevant für die Kaufentscheidung bzw. die Produktauswahl?

Die frauenfreundliche Shop-Gestaltung

Ganz allgemein gesehen unterscheiden sich die Anforderungen von Frauen zunächst nicht viel von denen der Männer:

  • Eine übersichtliche Startseite ist wichtig genauso wie kurze Ladezeiten.
  • Relevante und möglichst aktuelle Informationen sollten schnell und einfach zugänglich sein, was sich durch eine eindeutige Kennzeichnung der Rubriken erreichen lässt.
  • Formulare wünscht sich Frau möglichst übersichtlich.
  • Und der Bestellvorgang sollte innerhalb möglichst weniger Schritte zu bewerkstelligen sein.

Was die Optik oder das Design des Shops anbelangt, kommt es schon zu größeren Unterschieden:

  • Frauen mögen lebendige Farben, ungefähr 4-6 an der Zahl.
  • Sie präferieren stumpfe und gerundete Ecken genauso wie gerundete Linien.
  • Struktur und Muster als Gestaltungselemente sind ihnen ebenfalls willkommen.
  • Was Schriften anbelangt, mögen sie es lieber ausgefallen.
  • Textelementen und Überschriften sowie deren Inhalt schenken Frauen mehr Beachtung als Männer und verarbeiten die so gebotenen Werbe- und Produktinformationen deshalb genauer.

Aber auch das Sehen und Wahrnehmen der Frau im Allgemeinen unterscheidet sich um einiges von dem des Mannes. So haben Frauen ein weiteres Sichtfeld und können deshalb mehr aus den Augenwinkeln erkennen. Zusätzliche am Seitenrand eingebettete Angebote nimmt Frau somit besser wahr. Wichtig ist dabei nur, darauf zu achten, dass diese Rand-Angebote nicht vom Wichtigen ablenken. Da Frauen außerdem ein eher auf 2-D ausgelegtes Seh- und Vorstellungsvermögen haben, sind schematische Darstellungen und Bilder besser für sie geeignet als Animationen, die Männer bevorzugen.

Frauen shoppen anders

Während der Kaufentscheidungsprozess bei Männern eher linear verläuft, ist er bei Frauen um einiges vielschichtiger. Es geht eher hin und her, mansche Schritte werden mehrmals getätigt, Auswahlkriterien werden verändert und ergänzt.

Auch hat die Frau als Beziehungsmensch andere Ansprüche an bestimmte Bereiche und Funktionen. Sie betrachtet das Online-Shopping als soziale Interaktion, als ein Hobby. Es macht ihr Spaß Onlineshops zu durchstöbern, sich inspirieren zu lassen und Empfehlungen zu erhalten. Für sie besteht das Erfolgserlebnis beim Shoppen nicht unbedingt darin, das zu finden, was sie gesucht hat (so wie es beim Mann der Fall ist), sondern auch darin, spontan ein tolles Produkt zu entdecken.

Deshalb ist es wichtig, dass … :

  • … sich Schritte rückgängig machen lassen
  • … Inhalte von Warenkörben gespeichert automatisch gespeichert werden – auch über einen längeren Zeitraum hinweg
  • … Merklisten angelegt werden können, da Frauen zunächst Produkte sammeln, um einen Überblick über das Angebot zu erhalten
  • … Kontaktfunktionen für die Informationsbeschaffung prominent platziert werden (Hotline, Kontaktformular, Chat)
  • … der Shop über eine Beratungsfunktion verfügt, da Frau gerne Expertenwissen bei Ihrer Auswahl zu Rate zieht (wichtig ist, dass diese Funktion von einem Frauenbild begleitet wird, weil Frauen ihrem eigenen Geschlecht mehr vertrauen)
  • … Erfahrungsberichte, Bewertungen und anderer authentischer durch User generierter Content vorliegt
  • … Social Media mit eingebunden wird, um sich über Produkte austauschen zu können
  • … auf Basis bisher getätigter Einkäufe Kauf-Empfehlungen per E-Mail oder direkt im Shop angeboten werden

Überzeugende Produktpräsentation

Bevor Frau sich endgültig für ein Produkt entscheidet möchte sie umfassend darüber informiert werden. Deshalb gilt es, so viele Informationen als möglich bereitzustellen – dazu zählen:

  • Struktur- und Detailbilder der Oberfläche
    Daran kann Frau die Qualität von etwas beurteilen, sich vorstellen, wie sich etwas anfühlt.
  • Informationen zum Geruch
    Frauen nehmen unangenehme und kritische Gerüche eher war als Männer. Aus diesem Grund können Informationen zum Geruch in der Produktbeschreibung nicht schaden.
  • Produkt im Einsatz
    Ein einfaches Bild vom Produkt ist für Frau nicht informativ genug. Sie möchte die Dinge im Einsatz oder im Kontext sehen. Deshalb sollten Kleidung und Schuhe angezogen präsentiert werden. Bei anderen Produkten ist ein Video, in dem das Produkt im Einsatz zu sehen ist, zu empfehlen.
  • Produktbeschreibung
    Während Männern einfach nur alle relevanten Informationen zum Produkt, am liebsten in Listen- oder Tabellenform, ausreichen. Möchten Frauen eine Ebene weitergehen. Sie wünschen sich eine Produktbeschreibung, die nicht nur das Produkt an sich, sondern seinen Nutzen für ihren Alltag beschreibt. Praktische Beispiele sind hierfür dienlich, Videos die besagten Nutzen dokumentieren oder Erfahrungsberichte.
  • Tonalität/ Ansprach
    Wie bereits erwähnt, achten Frauen (eher als Männer) auf Texte und Überschriften. Dabei wünschen sie eine persönliche, wortreiche, spontane Sprache. Subtiler Humor ist ihnen ebenfalls willkommen.

Liefert Ihr Online-Shop der Frau nicht sämtliche gewünschte Informationen, kommt es zum sogenannten Reverse ROPO: Dann recherchiert Frau offline bevor sie schließlich online kauft – aber natürlich nur, wenn online ein besserer Preis angeboten wird. Denn der Preis spielt natürlich auch im Shecommerce eine Rolle. Viele Frauen verlassen einen Onlineshop noch vor dem Check-out, um dann bei Amazon oder in anderen Shops und Vergleichsportalen das erwählte Produkt zu einem besseren Preis zu bestellen.

Bessere Conversion dank Shecommerce?

In welchem Umfang sich die Conversion in Ihrem Online Shop durch Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen steigert, lässt sich so einfach nicht sagen. Doch je angenehmer der Einkauf sich in Ihrem Shop für Frauen gestaltet, desto mehr sind diese geneigt bei Ihnen zu bestellen und noch wichtiger: wieder zukommen. Neben der Berücksichtigung weiblicher Bedürfnisse ist aber auch Mobile Shopping ein wichtiges Thema. Denn immer mehr Frauen (und Männer) shoppen über mobile Devices und erwarten dabei ebenfalls ein benutzerfreundliches Shoppingerlebnis.

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